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Vorwort des Präsidenten

 

 

Liebe Mitglieder, Gönner und Freunde der Suisseporcs

 

Das Jahr 2019 wird wohl als das Jahr mit dem heftigsten Landwirtschaft-Bashing in die Geschichte eingehen. Unglaublich, wie von gewissen Kreisen der Gesellschaft und Medien auf die Landwirtschaft eingedroschen wurde und welche zum Teil widersprüchlichen Forderungen gestellt wurden. Pauschalverurteilungen, Ausblendungen von Zielkonflikten, bis hin zu handfesten Verdrehungen von Tatsachen und Beleidigungen. Wir Nutztierhalter waren besonders im Fokus dieser Angriffe. In vielen Gesprächen mit Tierhaltern spürte ich zeitweise eine gewisse Frustration heraus. Und trotz allem gab es im 2019 auch schöne Momente. Endlich wieder einmal ein gesunder Schweinemarkt, welcher uns kostendeckende Preise bescherte. Oder die Kontakte zu Konsumentinnen und Konsumenten auf unseren Höfen. Wer den Versuch schon einmal gewagt hat und landwirtschaftsferne Personen, seien es Journalisten oder KonsumentInnen seine Tierhaltung zeigte und erklärte, war überrascht von den Reaktionen. Die Leute haben ein völlig falsches Bild unserer Nutztierhaltung, wissen wenig und sind deshalb auch sehr verunsichert. Diese Verunsicherung nutzen die Gegner der Nutztierhaltung gezielt, um das Bild der angeblich „schlimmen“ Zustände auf Schweizer Bauernhöfen in der Gesellschaft zu verankern. Es gibt nur ein wirksames Gegenmittel und das ist Transparenz. Wir müssen die Stalltüren öffnen, den Leuten unsere Tierhaltung zeigen, erklären und informieren. Das ist eine Knochenarbeit und wird uns alle in Zukunft enorm fordern. Mit dem Entscheid an der letzten Delegiertenversammlung, eine Marketingstelle ins Leben zu rufen, welche Marketing auf Stufe Produktion machen soll, haben wir den Grundstein dafür gelegt. Andrea von Allmen wird die Arbeit in diesen Tagen aufnehmen. Wir sind alle aufgefordert, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Botschafter sind wir Tierhalter, sie ist die Koordinatorin.


In der Kampagne „mein Stück Schweiz“ hat Proviande im vergangenen Jahr speziell das Schweinefleisch beworben. Die TV Spots mit Kneubühlers aus Ufhusen und Valentin Chappuis aus Lussery-Villars brachten dem Fernsehpublikum auf sympathische Weise die Schweizer Schweinehaltung in die Stuben. Machen wir weiter so, wir sind auf dem richtigen Weg! Die gegenwärtige Coronakrise wird die Wertschätzung gegenüber der lokalen Lebensmittelproduktion wieder stärken.

 

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und im Speziellen bei uns Schweinehaltern, nimmt unvermindert seinen Lauf. Wir müssen uns auch als Verband dieser Herausforderung stellen, weshalb wir die Verbandsstrukturen im letzten Jahr kritisch überprüft haben. Aus diesem Prozess heraus resultierte die Empfehlung, die Anzahl Sektionen und Delegierten anzupassen. Mit der Verschmelzung der Sektionen Mittelland Ost und West zur Sektion Mittelland und der Senkung der Anzahl Delegierten auf nunmehr 120, wurde diesem Anliegen Rechnung getragen. Ich danke allen Betroffenen für die Mitarbeit, ihre Weitsicht und Bereitschaft sich zu wandeln.

 

An allen grossen Publikumsmessen von der West- bis in die Ostschweiz waren die Sektionen zum Teil mit neuen Konzepten sehr präsent. Diesem Engagement der Sektionen, sowie einzelner Mitglieder gilt ein besonderer Dank und mein grosser Respekt. Insbesondere die Muttersau mit ihren Ferkeln zogen die Besucher in ihren Bann. Gleichzeitig erzählten aktive Sauenhalter über Lautsprecher von ihrer täglichen Arbeit und Fürsorge rund um die Tiere. Dies beeindruckte die Besucher, weil es authentisch und ehrlich ankam. Es ist genau dieses Rezept das funktioniert, sei es in der Öffentlichkeit oder bei uns auf den Höfen.

 

Im letzten Herbst nahmen die Anmeldung für SuisSano massiv zu, so dass es zu einer Warteliste kam. Die ersten Auswertungen der Daten übertrafen die Erwartungen bezüglich der Datenqualität. Gleichzeitig kann auch schon ein Rückgang der eingesetzten Antibiotikamenge und der Einsatz von Reserveantibiotika gezeigt werden. Nun endlich haben wir verlässliche Zahlen und können unsere Erfolge mit Fakten belegen. Wir dürfen mit Stolz behaupten, mit der Qualität der Zahlen und einer zu erreichenden Abdeckung von über 95% aller Betriebe eine einzigartige Leistung erbracht zu haben, welche seines Gleichen sucht.

 

Die Höcks der Sektionen fanden grossen Anklang und sind ein wertvolles Element für den Austausch mit und unter unseren Mitgliedern. Über die Sektionen werden die Anliegen der Mitglieder aufgenommen und in den Zentralvorstand getragen. Ich erlebte die Arbeit des Zentralvorstandes als sehr aktiv und konstruktiv. In einem intensiven Prozess erarbeitete dieser eine Eignerstrategie, welche das Verhältnis zur SUISAG regelt. Einen speziellen Dank gebührt der Geschäftsleitung, den Mitarbeitern und dem Verwaltungspräsidenten der SUISAG für die angenehme Zusammenarbeit. Gemeinsam sind wir dem Wohl unserer Schweizer Schweinehalter verpflichtet.

 

Adrian Schütz war als stellvertretender Geschäftsführer durch den krankheitsbedingten Ausfall von Felix Grob speziell gefordert und machte mit Raphael Helfenstein zusammen einen hervorragenden Job auf der Geschäftsstelle. Die beiden sind eine wertvolle Unterstützung, die Geschäftsstelle ist in guten Händen, danke euch Beiden! Dank gebührt den beiden Vizepräsidenten und den Mitgliedern des Zentralvorstandes, welche eine grosse Stütze sind. Ich sage Dank unserer treuen Übersetzerin Fanny Emmenegger und den langjährigen Rechtsberatern Köbi Huber und Jürg Niklaus. Unseren Geschäftsführer Felix Grob traf nach seinen zwei grossen Operationen, ein schwerer gesundheitlicher Rückschlag. Ich wünsche ihm an dieser Stelle gute Besserung und freue mich, wenn wir ab Mai wieder auf seine Unterstützung und Zusammenarbeit zählen dürfen.

 

Ich wünsche euch und euren Familien viel Ausdauer und gutes Gelingen in der täglichen Arbeit, sowie Freude und Glück in Haus und Hof!

 

Meinrad Pfister, Zentralpräsident